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Freundschaften und Inet



Freundschaften und Inet

BeitragAutor: Amelie » Sa 19. Nov 2011, 11:22

Ich überlege öfter mal, ob das Netz Freundschaften eher fördert oder behindert.

Einerseits hockt man jetzt viel mehr drin vor der Kiste, anstatt sich draußen mit realen Personen zu treffen.

Andererseits habe ich durchs Inet Menschen kennen gelernt und hab mich mit ihnen befreundet, denen ich ohne Netz nie begegnet wäre, da zu weit weg.

Mein Fazit ist das, dass die Kontakte im Inetzeitalter immens verflacht sind. Wo ich es aber geschafft habe, die Inetkontakte ins RL zu holen, da habe ich wirklich tolle Freundschaften gewonnen.

Aber generell hab ich den Eindruck, dass viele Menschen überhaupt keine Tiefen in Freundschaften mehr kennen, sondern das läuft alles nur noch auf facebook-niveau. Würd mich auch mal interessieren, wie die jungen hier das so sehen.. :denk:
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Re: Freundschaften und Inet

BeitragAutor: Sophia » Sa 19. Nov 2011, 13:37

Hallo Amelie,

Einerseits hockt man jetzt viel mehr drin vor der Kiste, anstatt sich draußen mit realen Personen zu treffen.


ich weiß nicht, ob es bei mir zutrifft. Ich glaube, wäre ich nicht im Internet würde ich etwas anderes tun, aber mir dadurch die Zeit zu nehmen, meine Freunde zu sehen, tue ich, so glaube ich, nicht. Mir fallen oft genug Dinge ein, die andere als "Zeitverschwendung" ansehen, das ist mir allerdings egal. Ist ja meine und nicht ihre Zeit ;)
Mein Fazit ist das, dass die Kontakte im Inetzeitalter immens verflacht sind.

Naja, wer bei sozialen Netzwerken 483 "Freunde" als seine Freunde ansieht... ich glaube, dass oft kein Unterschied mehr zwischen Bekannten und Freunden gemacht wird. Bekannte sind für mich Menschen, mit denen ich ab und an mal in Kontakt stehe, dich ich traf, mit denen ich alltäglichen Umgang habe. Freunde sind etwas ganz anderes.
Ein Freund ist für mich im Herzen zu finden. Bekannte eher im Kopf.

So sind es nur wenige Menschen, die ich als Freund betrachte und auch das ist einem Wandel unterworfen. So musste ich kürzlich erst wieder merken, dass Freund, auch wenn ich ihn so nenne, nicht gleich Freund ist.
Was das Internet angeht, war ich lange Zeit sehr zurückhaltend. Den Schritt, jemanden zu treffen, tat ich bisher nur ein einziges Mal. Dieses Mal allerdings bereue ich überhaupt nicht, im Gegenteil. Es ist wie ein Geschenk!
Als hätte ich etwas gefunden, das lange fehlte.

Ich denke, dass es nicht auf das Internet allein zurückzuführen ist, wenn die Kontakte abflachen, es sind auch die Menschen, mit ihrem Verhalten, ihren Vorstellungen und vor allem ihrer Einstellung zur Freundschaft.
Für mich ist es unmöglich 483 "Freunde" zu haben, für andere, mit einer anderen Tiefendefinition von Freundschaft, vielleicht schon...

Soviel von mir erst einmal.

Euch ein schönes Wochenende!
Sophia

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Re: Freundschaften und Inet

BeitragAutor: Amelie » Sa 19. Nov 2011, 14:08

Ich denke, dass es nicht auf das Internet allein zurückzuführen ist, wenn die Kontakte abflachen, es sind auch die Menschen, mit ihrem Verhalten, ihren Vorstellungen und vor allem ihrer Einstellung zur Freundschaft


da ist sicher was dran, Sophia. Das ist halt mal wieder die berühmte Frage nach Ei und Entchen. Ich vermute, dass der große Erfolg von fb und co sich zu großen Teilen dadurch erklären lässt, weil solche Plattformen die Bequemlichkeit und Risikoscheu der Menschen bedienen. Mit Menschen in Beziehung treten ist schließlich eines der schwierigsten Aufgbaben für uns, die wir lernen müssen. Wir fühlen uns da verletzlich, durchschaut, sind in Beziehungen aller Art mit uns und mit dem Gegenüber konfrontiert. Da kommt der Konsum per Mausklick und die Anonymität doch wie gerufen. Nur dass da einige wichtige soziale Kompetenzen dadurch wieder verlernt, oder gar nicht mehr gelernt werden, fürchte ich. :denk:

Auch was Liebesbeziehungen angeht: es mag ja sicher seriöse Seiten und ernsthafte Bestrebungen geben - aber das meiste ist doch von der Vorstellung bestimmt, dass es so viel Angebot gibt, durch das man sich nur durchklicken muss auswählen und konsumieren eben. Und die Selbstdarstellung gleicht sich da immer mehr der Werbung an: schön, bunt, und hält nicht im entferntesten das, was die Verpackung einem suggerieren will.

Das war halt damals, als man sich noch in der Kneipe oder sonstwo ansprechen musste, nicht ganz so krass möglich (geflunkert wurde schon immer, aber man konnte sich schlecht als Brad Pitt verkaufen, wenn man Quasimodo hieß) Andererseits ist sicher durch den schriftlichen Austausch auch eine Offenheit möglich, die im direkten Kontakt wegen Schüchternheit usw (erstmal) nicht möglich wäre.
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Re: Freundschaften und Inet

BeitragAutor: So Ham » Mo 21. Nov 2011, 15:39

Amelie hat geschrieben:.... Würd mich auch mal interessieren, wie die jungen hier das so sehen.. :denk:




Definiere jung :) .

Ich denke die richtige Mischung machts. Internet gehört heute dazu und ist ein bedeutender Faktor, dem man sich nicht verschließen sollte.
Die Gefahr der Oberflächichkeit ist natürlich gegeben und wenn ich sehe, dass Beziehungen im Internet geführt, besprochen und auch beendet werden (für alle zugänglich versteht sich), dreht sich mir der Magen um.

Allerdings kann man auch eben Menschen kennen lernen, die man sonst wahrscheinlich nicht getroffen hätte.
Als bereichernd sehe ich es z.B., Meinungen oder besser Wahrnehmungen von Außen in einem Forum zu bekommen. Diese sind zwar eingefärbt durch die persönliche Geschichte des Schreibers, allerdings kommen dadurch oft völlig neue Aspekte ins Spiel, die es durch Gespräche mit dem besten Freund oder Freundin nicht gibt, da dieser auf seine/ihre Art ja verwickelt ist.

Gut ist es, sich klar zu sein darüber was man von sich preisgeben möchte und was nicht. Da sehe ich die große Gefahr, insbesondere bei den "jungen" Usern, die leider viel zu oft wahllos ihre Gefühle, Angriffspunkte usw. nach Außen kehren und sich so sehr verletzbar machen, was häufig aufgegriffen wird und als grausames Spiel genutzt wird.
Viele wollen auch keinen tiefer gehenden Kontakt und nutzen genau deswegen das www, weil es so "herrlich" anonym ist.
Was ich sehe ist, dass viele Jugendliche dies leider nicht mehr differenzieren können, da sie die andere Seite, den persönlichen Kontakt, gar nicht mehr so erfahren wie wir es taten. Das ist zumindest meine Beobachtung. Das hat sicher viele Ursachen, aber eben auch die diversen Plattformen, bzw. deren Nutzung.


Lg
So Ham
Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

******************

Man sollte die persönliche Hölle des Anderen stets barfuß betreten.
So Ham


 
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Re: Freundschaften und Inet

BeitragAutor: Amelie » Mo 21. Nov 2011, 20:29

Definiere jung


Gerne So Ham :D

Ich meine damit in diesem Zusammenhang die User, die praktisch mit dem Inet groß geworden sind. Ich glaube, das ist schon ein Unterschied im Gegensatz zu uns, die wir praktisch erst als Erwachsene den Umgang mit diesem Medium lernten. Die Sozialisierung bzgl Kontakte war dadurch einfach nicht so anonym und konsumgeprägt. Wobei es aber auch genug in unserem Alter gibt, die ein Doppelleben im Inet führen und vll nicht gerade wenig Identätsprobleme haben. :ratlos:

und wenn ich sehe, dass Beziehungen im Internet geführt, besprochen und auch beendet werden (für alle zugänglich versteht sich), dreht sich mir der Magen um.


der einzige Trost, wenn ich das sehe, liegt für mich darin, dass sie das hoffentlich an der Fortpflanzung hindert :floet: :schleich:
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Re: Freundschaften und Inet

BeitragAutor: Azrael » Fr 17. Apr 2015, 01:50

Das Thema bezieht sich eigentlich auf Freundschaften, aber da ich Freundschaft sehr eng definiere und den Eindruck habe, dass es hierbei um Kontakte allgemein geht, die von persönlicher Sympathie (mit)geprägt sind und privat stattfinden, habe ich die Grenze in meinem Beitrag weiter gezogen. (Außerdem schwanke ich bei meinem eigenen Verständnis eh dabei bis wann genau jemand eine gute Bekanntschaft ist und ab wann ein Freund. Die Einordnung kann auch bei ein- und demselben Kontakt schwanken - weiß nicht wie der andere unseren Kontakt sieht und einseitig möchte ich niemanden als Freund bezeichnen, das wäre irgendwie anmaßend. Ich verzichte für mich intern auf eine nähere Einordnung, aber eine solche Zuteilung kann zum Verständnis für andere wichtig sein, wenn ich von meinen guten Bekannten/Freunden erzähle. Da muss ich mich schließlich entscheiden, wie ich das nenne.)

So mal weg vom Begriffswirrwarr. Bild

Online Kontakte haben mein Interesse an Kontakten und "Gesprächen" mit anderen Menschen erhöht. Und auch dahinter an den Menschen und deren Befindlichkeiten selbst. Mehr als das Offline-Bekanntschaften gekonnt haben. Deshalb, weil man sich nicht erst über (viel) small talk annähern muss bevor die relevanten Themen kommen, sondern relativ zügig bei Gesprächsthemen landet, die mich (und den anderen) interessieren. Das Beschnuppern steht nicht störend im Weg. Und man kann die Beiträge von jemandem lesen und darüber einen Ersteindruck bekommen, bevor man in persönlicheren Kontakt miteinander tritt. Aber sehr viel öfter ergibt sich der bei mir nebenbei am Rande von Diskussionen. Zufällig - und man merkt, dass die Wellenlänge miteinander stimmt. Manchmal dauerhaft, manchmal alleine auf den Moment beschränkt. Wenn schon, lerne ich so meistens andere Leute online etwas näher/persönlicher als nur von derem Auftreten in Diskussionen kennen.

Man kann generell gut mit anderen im weitesten Sinne "in Kontakt" kommen zwanglos und es steht dabei das Sachthema, das diskutiert wird, im Vordergrund. Ich beziehe mich hierbei auf Foren. Zu Dating-Portalen kann ich nichts sagen.

Außerdem finde ich, dass Menschen online in bestimmten Kontexten viel offener und ehrlicher sind als offline. Man erfährt mehr über ihre Gedanken/ihre Innenwelten. Persönlicher Kontakt ist dafür oft nicht mal nötig. Passiv lesen reicht. (Ihr lest hier ja auch etwas von mir; von meiner Innenwelt und was mir so durch den Kopf geht.)

Für Gespräche und einen Gedankenaustausch finde ich online-Kontakte geeigneter. Und gemeinsame Aktivitäten wie online zusammen zocken könnte man auch machen bzw. habe ich einmal Leute "kennengelernt" beim online zocken, weil es sich zufällig ergeben hat während des wahllos-anonymen Zockens. Wir haben spontan und zufällig eine Nacht lang zusammen als gut funktionierendes Team in einem Ego-Shooter gespielt. War nett, weil das teamwork sehr effizient gewesen ist, obwohl wir vorher nie zusammen geübt haben. Blindes Verstehen ohne wirklich persönlichen Kontakt haben zu müssen bzw. uns erst kennenlernen zu müssen. Verbindenes Element: Das Interesse an dem Spiel, nicht an den Menschen hinter dem Rechner, das uns dort zusammengeführt hatte. Anschließend kann jeder wieder seiner Wege ziehen ohne dass einer wissen will wann man sich wiedertrifft. Da die ihrerseits auch Steam benutzt haben, haben wir uns in die "Freundes"liste bei Steam aufgenommen. Für irgendwann. Es ist eine zwanglose Option gewesen.

Andererseits mag ich es auch mit offline-Bekanntschaften online zu zocken; dann eben zusätzlich per teamspeak und persönlicher miteinander abgestimmt. Das Nette daran ist, dass man etwas zusammen macht, aber zugleich seine Ruhe hat und sich ausklinken kann zwischendurch.

Bei offline-Treffen geht das leider nicht so gut mit dem "zwischendurch ausklinken".
Die finden irgendwie auf einer anderen Ebene statt; der Fokus liegt darauf etwas zusammen zu tun und dabei miteinander zu reden; z.B. Film anschauen, Zocken (in einem Raum); aber selbst bei den Gesprächen erreicht das nicht die Tiefe von schriftlichen Gesprächen online; dafür ist es energiezehrender für mich. Woran das genau liegt, weiß ich nicht. Sind mehr Sinnes-Reize irgendwie, die verarbeitet werden müssen und man muss mehr aktiv im "Hier & Jetzt" unmittelbar (re)agieren und ein Gesprächsthema suchen; kann aber auch recht glatt und wenig energieraubend laufen, wenn die persönliche Passung miteinander sehr gut ist.
(Bei Parties mit vielen Menschen wird das mit den stressenden Sinneseindrücken besonders deutlich; v.a. die Lautstärke und die Stimme des Gesprächspartners aus dem Stimmennebel um einen herum rauszufiltern, kostet Konzentration/Energie. Wobei die Atmosphäre passiv als reiner Beobachter auf sich wirken zu lassen nett sein kann; vor allem bei vielen Lichteffekten. Zusammen mit dem Bass ist es das, was ich an Diskos & Co.mag. Nur die anderen Menschen dort stören und die Musik entspricht meistens nicht meinem Geschmack. Ergo sind Diskos insgesamt kein reizvoller Ort für mich.)

So ein offline-Treffen/Kontakt spricht andere Kanäle an als bei einem reinen online Treffen und je nachdem ist es nett den anderen zuzusehen bzw. deren Mimik, Stimme und Emotionen live mitzubekommen. Situationskomik kann auch verbindend sein und alle erleben das zusammen mit. Wobei das auch per Teamspeak und damit wieder über die digitale Kontaktebene geht. (Ich finde übrigens, dass ich mich per Smiley besser ausdrücken kann schriftlich als nonverbal per Mimik etc.. Es ist präziser und deutlicher.) ... Manche "Treffen" finden in einem Rahmen statt, der den Ablauf und die zeitliche Dauer extern regelt -> z.B. beim Sporttraining. Dort macht man etwas zusammen, kennt sich, aber trifft sich nur in diesem Rahmen. Es gibt gleichbleibende Abläufe dabei. Das ist auch recht stressfrei und "reizarm"; weil man da nichts entscheiden muss bzgl. des Kontaktes und das Verhalten der Leute vorhersehbar ist. Mit nichts entscheiden meine ich, dass die anderen dort auch sind und man je nach Laune mal mit denen ein paar kurze Sätze wechseln kann oder nicht. Man muss aber nicht entscheiden, ob man die persönliche Ebene miteinander vertieft oder andernfalls den Kontakt verliert. Das Nähe-Distanz-Level bleibt gleich auf einer angenehmen Einstellung.

Wenn man andere so trifft außerhalb solcher Rahmen, muss man die Art der Kontaktgestaltung erst aushandeln. Vom Inhalt her, von der Dauer her und von der Frequenz her. Außerdem erfordert es eine höhere Feinabstimmung im Kontakt mit und auf den anderen. Da ich größere Zeitabstände brauche/präferiere zwischen den Zeiten, in denen Kontakt besteht (z.B. Treffen oder sich kurz schreiben per sms/whats app, um sich zu treffen), "überlebt" ein neuer Kontakt die Anfangsphase entweder oder nicht. Gibt ja auch Menschen, denen das zuwenig Nähe und zu unregelmäßig ist. Der Kontakt kann auch später noch einschlafen/sich wieder verlieren in den kontaktlosen Zeiten. ... Das ist etwas, das auch langjährige Freundschaften betreffen kann; ich habe selten das Bedürfnis mich zu melden und zu treffen, obwohl ich die Leute eigentlich sehr mag und die Treffen nett finde, wenn ich erstmal da bin. ... Online ist das weniger festgelegt und schädlich/die Leute nehmen das weniger persönlich, wenn man zwischendurch länger abtaucht, und man hat mehr Freiraum, was die Attraktivität an einem Kontakthalten/-eingehen erhöht, zumindest erlebe ich das so.

Online-Bekanntschaften habe ich in zwei Fällen offline getroffen. Das war sehr ok; wir kannten uns ja quasi schon und wussten welche Gesprächsthemen uns interessieren. Das Einzige, was ich nicht daran mag im Vorfeld ist, dass es nicht absehbar ist, wie das wird und ob der online wie offline-Eindruck miteinander harmonieren und ob es schädlich ist zu dem Nicknamen ein Bild im Kopf zu haben. ... Die Entscheidung, ob das riskant ist jemand Unbekannten zu treffen (könnte sich ja auch bloß gut verstellt haben), habe ich nach Intuition getroffen - und dann eben auch einen in dessen Wohnung besucht statt an einem neutralen öffentlichen Ort. Wenn ich mir da unsicher gewesen wäre bzgl. seiner charakterlichen Integrität, hätte ich ihn auch nicht an einem öffentlichen Ort getroffen. Keine Ahnung, ob das jetzt leichtsinnig von mir gewesen ist oder nicht. Meine Familie würde es leichtsinnig finden; ich finde es sicherer nach meiner Intuition zu gehen, wenn ich die schon so deutlich/klar in eine Richtung weisend wahrnehmen kann in einem Moment.

Bei facebook bin ich nicht. Wüsste nicht, was ich da soll. StudiVZ fand ich schon sinnlos, wobei ich mich dort angemeldet hatte, um herauszufinden, was so viele daran gefunden haben damals. Die Leute, die ich kenne und bei denen mich der Kontakt interessiert, kann ich auch so treffen bzw. mit denen in Kontakt bleiben.

Die Art von zwischenmenschlicher Begegnung, die ich am liebsten habe, ist sich zu begegnen (egal ob online oder offline), ohne Umwege relativ große Nähe/Vertrautheit miteinander zu haben (-> sich blind zu verstehen), und danach (und davor) wieder abzutauchen und unbehelligt seiner Wege gehen zu können. Bis irgendwann mal, wenn man sich wieder über den Weg laufen sollte. Natürlich klappt das so in der Realität nicht ganz. Aber es gibt Momente, die dem recht nahe kommen.
Geh mit der Zeit, aber komm von Zeit zu Zeit zurück.
Azrael

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