Navigation

Träume und Albträume - Poesie?



Re: Träume und Albträume - Poesie?

BeitragAutor: pattex » Fr 15. Mär 2013, 12:07

leicht-klein.jpg
Bild ganz anklicken, sonst "schwebt" sie nicht.
leicht-klein.jpg (146.87 KiB) 4330-mal betrachtet
Liebe Q.V.,

das ist eine gute Idee, dass ich mir den Adler für mein Wesen vorstelle.

In vielen meiner Bildern geht es immer um Flügel, die Sicht von oben, schweben, ....
Das ist ein Thema, dem ich schon so lange nachhänge.
Es ist ein Ausdruck meines Traums von einer gewissen Unbeschwertheit und Leichtigkeit und dem Wunsch nach Klarheit und ganz viel Übersicht.

Momentan sind mir meine Flügel abhanden gekommen, ich fühle mich beschnitten und eben so gar nicht mehr beflügelt.
Das ist der Status einer Depression, die ich noch nicht ganz hinter mir habe.

Mit der Achtsamkeit geht es mir gut, wenigstens all das wahrzunehmen, was da ist und was gut daran ist.
Den weiten schweifenden Blick habe ich schon wieder gefunden, nur ich suche all die Flächen und all den weitesten Horizont immer noch nach etwas ab, von dem ich keine klare Vorstellung habe, was es sein soll, wonach ich suchen soll - ob ich es dann trotzdem entdecken werde?


Viele Grüße
Pattex
pattex

Benutzeravatar

Themenstarter
 
Status:
Beiträge: 193
Registriert: Do 19. Jul 2012, 16:31
Wohnort: Penzberg
Danke gesagt: 23 mal
Danke erhalten: 1 mal

Re: Träume und Albträume - Poesie?

BeitragAutor: Quo Vadis? » Fr 15. Mär 2013, 12:58

...ich suche all die Flächen und all den weitesten Horizont immer noch nach etwas ab, von dem ich keine klare Vorstellung habe, was es sein soll, wonach ich suchen soll - ob ich es dann trotzdem entdecken werde?


Aber ja. ;)

Halte Ausschau nach Weggefährten. Suche das Gespräch und tausche Dich mit Ihnen aus - höre ihnen zu. Sammle dadurch Blickwinkel und Sichtweisen von Anderen. Du wirst dabei andere Lebensentwürfe kennenlernen, die sich von deinem bisherigen Lebensweg unterscheiden. Die Erkenntnis darüber wird Dich dem immer näher bringen, wonach Du selbst suchst.

Ich bin mir sicher, dass sich der Weg lohnt. :floet:

Bei nochmaligem drüber nachdenken, bin ich mir übrigens nicht so sicher, ob Du Dir den Adler als Bild nehmen solltest. Fällt Dir ein Vogel ein, der eher in Gemeinschaft lebt? Der Adler ist mir gerade in dem Zusammenhang "zu einsam" - er ist auf sich allein gestellt. Das ist eher die Ist-Situation... :oops:

LG,
Q.V.
Quo Vadis?

Benutzeravatar

 
Status:
Beiträge: 1281
Registriert: Fr 14. Okt 2011, 20:49
Danke gesagt: 1 mal
Danke erhalten: 11 mal

Re: Träume und Albträume - Poesie?

BeitragAutor: Amelie » Sa 16. Mär 2013, 22:43

hallo Pattex,

ich hab jetzt die letzten Posts nur quergelesen, weil ich grad von ner Fortbildung zurück gekommen bin.

Zu deiner Schwebenden fiel mir nur spontan was ein, das ich kurz reingeben wollte:

ich habe so was ähnliches selbst in meinem Tanzprozess gehabt: ich bin ziemlich durch die Welt getänzelt. Bis wir dann das Thema Boden hatten. Ich hab mich mit Widerwillen auf den Boden eingelassen, aber mich dann über längere Zeit intensiv (und zunehmend gern) mit ihm beschäftigt und dadurch tatsächlich auch mehr an "Boden unter den Füßen" gewonnen.

Vll wäre das für dich ja auch ein Prozess, der sich im Malen umsetzen ließe? Erde doch deine Figuren mal ne Zeitlang ganz bewusst, vll findest du so eher wieder Boden unter deinen Füßen?

Und noch was zu der schwebenden Form: ich empfinde die so ähnlich wie das tänzelnde, das ich früher hatte: es ist schwer in dieser Energie konfrontierende Begegnungen zu haben. Darum sind diese Formen ja auch so beliebt. Beim Tanzen heisst das: mach mal runde, fließende Bewegungen und versuch da in Kontakt zu gehen. Und dann machst du das gleiche im Stakkato, d.h. in zielgerichteten Bewegungen mit Anfang und Ende. Ich weiss jetzt nicht, wie man so was malen kann, aber das schwebende ist für mich auch immer wieder so eine Form, die wenig an Konfrontation zulässt. Und vll bräuchtest du das aber gerade viel mehr in deiner Situation?

das nur mal so als Gedanken reingegeben, weiss nicht, ob du was damit anfangen kannst :oops:
der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand (mongolisch)
Amelie

Benutzeravatar
Moderator
 
Status:
Beiträge: 2600
Registriert: So 9. Okt 2011, 16:32
Danke gesagt: 3 mal
Danke erhalten: 10 mal

Re: Träume und Albträume - Poesie?

BeitragAutor: pattex » So 17. Mär 2013, 01:36

Liebe Amelie,

danke für Deine Gedanken. Da mag wirklich was dran sein, was Du mir da sagst, das mit dem Schwebenden und Ausweichenden.
Vielleicht muss ich es nicht malen, sondern ich werde es tanzen. Ein Gefühl davon war schon da und ich gehe auch ausgesprochen gerne hin und komme in bester Laune dann nach hause.
Heute Abend war ich mal wieder auf meinem internationalen Tanzabend in München.
Wir hatten auch eine ganze Reihe an Folklore-Tänzen, die man in der Reihe tanzt. Diese Art der Tänze tun mir besonders gut, sich einschwingen und auch das Aufstampfen der Füße im gemeinsamen Rhytmus. Da fühle ich mich auf der Erde tanzend.
Die runden und fließenden Bewegungen finden sich gleichfals gut im orientalischen Tanz, der ganze Körper macht dabei große Bewegungen.
Der Wechsel folgt mit scharfen Kicks, Hüft-Hips und -Drops, der Schimmi ist eine Schüttelwelle, den den ganzen Körper durchläuft, da muss man unbedingt einen guten Stand haben, sonst lässt sich der Schimmi nicht ausführen.

Ich werde mal versuchen geerdetes zu malen, mal schauen was dabei herauskommt. Danke nochmals dass Du sicher todmüde von Fortbildung gleich noch durchschaust und schreibst.
Pattex
pattex

Benutzeravatar

Themenstarter
 
Status:
Beiträge: 193
Registriert: Do 19. Jul 2012, 16:31
Wohnort: Penzberg
Danke gesagt: 23 mal
Danke erhalten: 1 mal

Re: Träume und Albträume - Poesie?

BeitragAutor: Amelie » So 17. Mär 2013, 07:48

Guten Morgen Pattex,

was mir zu Erde und Farben noch einfällt: Erdfarben. Haben wir in der Kunsttherapie selber gemacht, also verschiedene Erden im Steinbruch geholt und zu Farben angerührt. Ich hab auch schon Gartenerde in ein Bild reingeworfen, die stand da allerdings für Dreck :D

Folkloretanz kenn ich jetzt nicht so, aber beim Tanz brauchst du generell eine gute Bodenhaftung, das stimmt. Und bei Folkloretänzen tut sicher auch die Form gut, weil die gegeben ist und daher auch führt. Das stelle ich mir positiv für das innere Sicherheitsgefühl vor.
der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand (mongolisch)
Amelie

Benutzeravatar
Moderator
 
Status:
Beiträge: 2600
Registriert: So 9. Okt 2011, 16:32
Danke gesagt: 3 mal
Danke erhalten: 10 mal

Re: Träume und Albträume - Poesie?

BeitragAutor: pattex » So 17. Mär 2013, 13:05

Erdfarben.jpg
Aus den Buch "Die Farben Afrikas" Courtney-Clarks
Erdfarben.jpg (127.89 KiB) 4322-mal betrachtet
Guten Morgen Amelie,

ja mit den Erdfarben ist es eine gute Idee. Ich habe eh immer einen guten Vorrat an verschiedenen Pülverchen (reine Pigmente) aus denen ich mir dann selbst mit dem passenden Bindemittel entweder Aquarell- , Guache (Tempera)-, Acryl- oder Ölfarben zubereite. Das reduziert nebenbei die Kosten für verschiedene Farben ganz erheblich und der Prozess, dass aus geriebenen Pigmenten Farbe wird ist gefühlt archaisch.
Die reinen Erden umfassen eine breite Skala von weiß, gelb, rot, braun, grün, fast schwarz.
Gerne habe ich auch unterschiedliche Strukturen -das haptische Erleben von bröckelig und spröde bis fließend fein. Je nach verwendetem Malmittel (Bindemittel) und deren Menge gibt es ein Eigenleben der Farben.

Meine Freundin sagt, dass ich für alles und jedes ein Buch zuhause hätte - fast ist dem so - ich such mir gleich mal eines über afrikanische Hausbemalungen heraus und lasse mich von solchen Muster-Ornamenten inspirieren oder vielleicht doch besser von Höhlenzeichnungen - das bringt mich auf die Idee, dass ich gar nicht auf Papier malen sollte, sondern eher auf ein grobes Brett ....

Danke für Deine Inspiration - jetzt lass ich mal das Wäschewaschen und Bügeln erst mal sein und mach was "in (ERD-)Farbe".
Einen schönen Sonntag

Pattex
pattex

Benutzeravatar

Themenstarter
 
Status:
Beiträge: 193
Registriert: Do 19. Jul 2012, 16:31
Wohnort: Penzberg
Danke gesagt: 23 mal
Danke erhalten: 1 mal

Vorherige

Zurück zu Aus dem Tagebuch einer Spinne

Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder